
Ja, mir san mim Radl da!
Heute ging es kurzentschlossen mit dem Fatbike raus, denn das Wetter war unerwartet gut.

Zwischendurch musste Frank noch einem wild gewordenen Franzosen, in seinem außer Kontrolle geraten Heißluftballon, der eine Bruchlandung in den Bäumen am See eingelegt hatte, zurück auf’s Eis helfen, damit er wieder aufsteigen konnte. Die Frage, ob ein Start auf dem Eis OK sei, beantworte Frank mit “Ach, du meinst mich!? Äh, keine Ahnung!” Worauf der Franzose im Heißluftballon nur sagte “Ach so, du kommst gar nicht von hier!!” … Ende gut, alles gut: Der Heißluftballon hat kein Loch ins Eis gebrannt und war am Ende, samt Franzose, wieder in der Luft. Na dann, gute Reise Pro! ???

Unser Ziel war heute das 15km entfernte Café Kotamaja, welches sich in einem kleinen Tal zwischen den Hügeln befindet.

Erreichbar für Wintersportler aller Art, maximal aber mit dem Snowmobil erreichbar, ging es für uns “quer Wald ein” über die Fatbike-Trails, bis hin zu unserem Ziel.

Fazit des Tages: Fahr immer deinen eigenen Weg! ??

Luftnummer?
Heute zur Abwechslung mal ein paar Bilder aus einer anderen Perspektive.

Angefangen hat der Tag freundlich – mit freiem Himmel bei Sonnenaufgang.

Klar, dass es bei dem Wetter raus geht. Besser können die Bedingungen für unsere heutige Tour nicht sein!


Das Wetter hätte heute echt besser kaum sein können. Klar – irgendwann sind noch mal ein paar tief hängende Wolken durchgezogen – aber bald war der Himmel wieder frei. Und das Ganze bei angenehm knackigen -10°C. Was will man mehr?
Schneewanderung ?
Heute haben wir ausgeschlafen und sind nach einem leckeren Frühstück raus in den Schnee um ein wenig Footage für euch (und uns ?) auf zu nehmen.

Alles war dabei: Die 360-Grad-Kamera, Bibo, die Digitalkamera, der Arschlochkoffer, die Powerbank, jede Menge Kabel und Stative, 3 Handys und nicht zu vergessen, die GoPro. Chaos im “Kofferaum” ist also vorprogrammiert! Wer hat eigentlich behauptet dass Urlaub entspannt sei!? ? Aber hey, am Ende halten wir genau mit diesem Equipment unsere Erlebnisse für immer fest. ?


Winterwonderland ❄️

Es hat drei Jahre gedauert bis wir wieder zurück gekommen sind. Wie die Zeit vergeht!! Den ersten Abend haben wir natürlich direkt in unserem Lieblingsrestaurant, bei lecker Rentier- und Hirschfleisch mit Kartoffelpüree, Preiselbeeren und sauren Gurken, verbracht. Dazu gab es natürlich ein eiskaltes Karhu – Wohl bekomm’s! ?
Heute haben wir nur einen kleinen Schneespaziergang unternommen und wärmen unsere Füße schon wieder am Kamin auf ? Auch unser Bibo hatte heute seinen Testflug bei Schnee. Hat alles gut geklappt, wir sind also bereit und gut ausgerüstet für die nächsten Tage. ??
Fünf Sterne Luxus auf den Azoren…
Für unseren ersten Tag auf Sao Miguel haben wir uns was besonderes ausgesucht: das verlassene Luxushotel Monte Palace kombiniert die Faszination eines “Lost Place“ mit einer der besten Aussichten auf den ganzen Azoren. Das Wetter ist gut, also nichts wie hin. Schon vor dem Eingang werden wir von Warnschildern und Gittern empfangen.


Aber fest entschlossen wie wir sind lassen wir uns davon nicht zurück halten. Mit Räuberleiter und athletischen Einlagen sind die Hindernisse schnell überwunden und wir haben Zugang zum ehemaligen Luxus Hotel.


Langsam schleichen wir uns weiter ins innere des Hotels vor. Ein wenig spooky ist es ja irgendwie schon. Und kaum zu glauben aber wahr: Es ist wirklich kalt!

Etage für Etage geht es weiter nach oben. Wir besichtigen die alten Zimmer, Suiten, den Speisesaal, die Bar und die hauseigene Bank. Alles bis auf die Grundmauern leer, kahl und leblos, grade noch zu erahnen, was es einmal war.

Zur Geschichte: 1977 wurde Indústria Açoreana Turistico-Hoteleira S.A. (IATH) von belgischen und französischen Investoren mit dem Ziel gegründet die Azoren mit dem Bau von zwei Luxus Hotels touristisch zu entwickeln. Ein Jahr darauf wurde mit der konkreten Planung der beiden Luxus Hotels begonnen. Das erste der beiden Hotels, das Bahia Palace, wurde nahe der Hauptstadt Ponta Delgada am Strand geplant. Das Zweite sollte dem Ersten in nichts nach stehen, aber on top noch einmal etwas ganz besonders sein! Als Prunkstück des Luxus Tourismus musste am herausragendsten aller Punkte auf der Insel gebaut werden: dem Vista do Reis, die “Aussicht der Könige”. An diesem Punkt überblickt man zur einen Seite den Atlantik, zur andren die Sete Cidades, die imposante Landschaft des größten Kratersees der ganzen Azoren. Wirklich königlich!

Aber der Bau stand unter keinen guten Vorzeichen. Bei der einheimischen Bevölkerung kam die Idee, dort am “königlichen Aussichtspunkt” ein kommerzielles Hotel zu bauen, von Anfang an nicht gut an. Noch problematischer waren aber immer wieder Verzögerungen beim Bau. Es zog sich über Jahre hin und wurde immer teurer. Und das während in den 80ern die Zinsen heftig anzogen. Immer wieder gab es auch jahrelange Baustopps. 1988, also 10 Jahre nach Planungsbeginn, gab es eine Krisensitzung der Bauträger und der mittlerweile zahlreichen beteiligten Banken. Zur Überraschung von vielen Experten kam dabei nicht heraus das Projekt endgültig zu beenden. Stattdessen sollte das schon zu 80-90% fertige Prestigeprojekt in einem letzten Kraftakt endlich fertig gestellt werden!
Am 15. April 1989 wurde das Monte Palace endlich, nach 12 jähriger Entstehungszeit, eröffnet. Es hatte 83 luxuriös ausgestattete Hotelräume, vier große Suiten und eine Präsidenten Suite. Es beschäftigte mehr als 100 Azoreaner, die sich in der American-styled Bar D. Urraca, den beiden Restaurants Dom Carlos und Dona Amelia sowie dem Nachtclub Discoteca Chamarrita um das Wohl der Gäste kümmerten. Bilder vom Bau und dem fertigen Hotel könnt ihr in diesem sehr lesenswerten englischsprachigen Artikel sehen: klick. Alles war perfekt hergerichtet, die Gäste konnten kommen.
Auf der anderen Seite waren massive Kredite und zu hohen Zinssätzen für die dick überzogene Bauzeit zu bedienen. Und – viel dramatischer noch – die Hotelgäste blieben aus. Während die Restaurants und der Nachtclub bei der einheimischen Bevölkerung beliebt waren, blieben die Hotelzimmer aufgrund fehlender Infrastruktur leer. Am Ausblick der Könige gab es außer dem phänomenalen Panorama eben nicht viel anderes. Dafür aber gab es eine längere Anreise von Flughafen, keine Strände, keinen Pool, kein Spa, von einem Golfplatz ganz zu schweigen, das einst geplante Casino wurde nicht von dem Behörden genehmigt, die prunkvolle Terrasse war aufgrund kalter Winde am Kraterrand meist ungemütlich kühl und last but not least: der Ausblick ist bei über 200 Regentagen pro Jahr häufig hinter einer grauen Nebelsuppe versteckt.

Es kam also wie es kommen musste. Am 26. November 1990, nur 19 Monate nach seiner Eröffnung, schloss das Monte schon wieder und für immer seine Pforten.

20 Jahre lang, bis 2010, bezahlten verschiedene Investoren noch einen Wächter samt Wachhunden, in der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung. Bis dahin war das Monte bis auf ein paar Löcher im Dach und Schäden aufgrund von Feuchtigkeit noch vollständig bestückt und ganz gut in Schuss. Als in Folge der Finanzkrise 2010 noch nicht mal mehr ein Investor den Wächter bezahlen konnte, zog dieser aus. Besuche von Dieben und Vandalen nahmen schlagartig zu. Kurze Zeit später war kein Interieur mehr vorhanden. Möbel, Spiegel, Geschirr, Toiletten, Marmor und sogar die Aufzüge… Alles war weg, die Fensterscheiben größtenteils zerstört. Um die Touristen nicht zu gefährden, die bei gutem Wetter aufgrund der prachtvollen Aussicht immer noch am Vista do Reis vorbei kamen, wies die Inselregierung 2012 an, in der nach zwei Jahren ohne Wächter völlig verwüsteten Ruine, alle Fensterscheiben samt Rahmen entfernen lassen. Seit dem steht der einstige Prunkbau vollständig entkernt da und lässt sich von der Natur zurückerobern. Auch mehr oder weniger begabte Graffiti Künstler tragen zum heutigen Charme des Gebäudes bei.


Diese traurige Historie im Hinterkopf arbeiten wir uns Etage für Etage bis aufs Dach hoch. Ja, der Ausblick und die Stimmung sind wirklich phänomenal! Und der Ausflug somit etwas ganz besonderes!

P.s.: Lost Place? Was gehört eigentlich zu einem “Lost Place“ dazu? Verloren ist der Platz sicherlich, keine Frage. Wer allerdings auch Einsamkeit erwartet ist hier definitiv fehl am Platz! Das Monte Palace scheint sich mittlerweile größerer Beliebtheit zu erfreuen als damals in 1989…
Touristen sämtlichen Alters werden mittlerweile in Bussen hier hoch gefahren, die Auto Touristen parken in zwei Reihen so dass sich nicht selten direkt am Monte ein Stau bildet. Am Parkplatz steht sein Souvenir Shop und eine Burger Braterei sorgt für das leibliche Wohl. Und wer es an den, eher Alibi mäßigen, Absperrungen vorbei auf das Dach schafft darf das verbliebene jüngere Publikum scharenweise bei Insta-Posts beobachten 😉

Nicht desto trotz, wir fanden es einen besonderen und mythischen Ausflug! In diesem Sinne…
Nordeste ~ Arnel
Etwas abgeschieden im Nordosten liegt der Bezirk Nordeste – Abgeschieden klingt gut, also nichts wie hin! ?
Lange Zeit wurde diese Ecke auf der Insel wirtschaftlich und touristisch vernachlässigt. Die Wege über das Festland waren so schlecht, dass Nordeste zu Fuß oder mit Fahrzeugen nur schwerlich zu erreichen war. In Folge dessen nutzten die Menschen also das Boot als Transportmittel. Den Hafen, den es dazu brauchte, finden wir unten am Ponta do Arnel*…
Von einer Aussichtsplattform, ca. 150 Meter über dem Meer, eröffnet sich die Sicht hinunter auf den Leuchtturm von Arnel. Unserem Instinkt folgend, lassen wir das Auto besser stehen und begeben uns zu Fuß auf den Weg nach unten. Schon als wir in die Straße einbiegen geht es steil nach unten, ausgeschildert mit “gefährliche Straße”, “35% Neigung” und “man solle doch besser zu Fuß gehen” …

Wohl wissend “dieser Weg wird kein leichter sein” geht’s erstmal runter zum Leuchtturm.

Nach ein paar kurvenreichen Wendungen (in der prallen Mittagssonne) ist er da – der Farol (portugiesisch Leuchtturm)! Es bietet sich uns eine wahnsinnige Aussicht auf den großen, blauen Atlantik, im Vordergrund das leuchtende Rot der Kuppel… Wunderschön!

Der 1876 gebaute, achteckige Turm ist der älteste Leuchtturm der Azoren.
Leider ist der Zutritt in dieses Exemplar untersagt. ? Also Beine in die Hand und weiter geht der Abstieg runter zum Ponta do Arnel. Die Sonne brennt und die Muskeln in den Beinen auch! Zähne zusammen beißen und durchhalten! Am Ende angelangt liegt vor uns ein zauberhafter, alter und winzig-winzig kleiner Hafen mit ein paar alten Fischerbooten. Die haben wir gleich mal zur Fotolocation umfunktioniert ?

Frank, ich habe heute ein Foto für dich!

Ich habe lange versucht die perfekte “Insta-Pose” zu finden um mich möglichst laaaaange vor dem Aufstieg zu drücken. Aber auch ich musste irgendwann einsehen, dass ein monstermäßiger Sonnenbrand, der sicherlich nahtlos in “den Sonnenstich meines Lebens” übergegangen wäre, in dieser Schatten freien Zone, absolut keine gute Alternative ist. Und somit: Auf ging’s!

Ehrlich! Ihr habt ja keine Ahnung!!!
Finally, we made it! ??
* Schlagzeilen machte Arnel kurz vor Ende des Ersten Weltkriegs. Im Oktober 1918 hatte das deutsche U-Boot SM U-139 das portugiesische Schlachtschiff Augusto de Castilho 190 Kilometer südwestlich der Azoren versenkt. Nach sechs Tagen auf hoher See strandete ein Rettungsboot des Kriegsschiffs an der Küste beim Ponta do Arnel. Die Matrosen konnten gerettet werden, womit dieser Ort in die Geschichte von Portugal einging.



