Vogesentour – Tag 3: Saint-Maurice-sur-Moselle → Kleinblittersdorf (376 km)

Ein Feiertag, vier Pässe, fünf Fehlentscheidungen – und ein Eintopf, der alles wieder gutmacht

Manche Tage beginnen mit einem Kaffee. Andere mit einer Blaskapelle. Punkt 7:30 Uhr schallt die Marseillaise durchs offene Fenster, gespielt von einer örtlichen Formation in voller Montur. Wir finden’s sympathisch, sind aber noch zu müde, um uns mehr dabei zu denken.

Sicht vom Frühstückstisch auf den wolkenverhangenen ersten Pass

Der Start verläuft gemächlich. Das Unwetter der Nacht verliert sich in leichtem Nieselregen, milde Temperaturen, ein spätes Frühstück. Um Punkt 10:00 Uhr sitzen wir im Auto. Die Exige ist nachts zum ersten Mal in ihrem Leben ernsthaft nass geworden, der Boxster auch erst zum zweiten Mal überhaupt – aber beide nehmen es stoisch. Traktion? Hervorragend. Spaß? Vorhanden. Aber: wir haben es nicht drauf angelegt, den Grenzbereich auszureizen.

Auffahrt zum ersten Pass, bei kaum 50 Metern Sicht

Der erste Pass führt auf nassem Asphalt durch neblige Höhenlagen, der Fahrspaß hält sich dabei in engen, aber sicheren Grenzen. Immerhin funktioniert beim Boxster alles wie vorgesehen: Verdeck dicht, Scheibenwischer tadellos, keine Überraschungen. Porsche halt.


Feldwegfrust

Dann der erste Navigations-Fauxpas: Die Karte verspricht einen kurvigen Höhenzug mit bester Aussicht, tatsächlich geraten wir auf einen Feldweg mit Hangneigung, Schlaglöchern und dem Fahrkomfort eines alten Ackerschleppers. An Wenden ist nicht zu denken – links Abhang, rechts Fichten, unten Geröll. Die Straßenqualität sinkt im Minutentakt, die Stimmung im Fahrzeug ebenfalls. Die Exige meldet leise Protest, der Boxster wippt nur stumm vor sich hin.

Hier wussten die beiden noch nicht, was auf ihre Fahrwerke gleich zukommen würde …

Wir retten uns in eine Nebenstraße, aktivieren aus Verzweiflung die „kleine Straßen vermeiden“-Funktion im Navi und lernen: Stufe 4 ist das neue Minimum. Ab da wird’s fahrbar.

Heile aus der Buckelpiste rausgekommen

Kulinarische Zwischenbilanz

Der Verkehr nimmt zu, das Wetter bleibt wechselhaft. Am frühen Nachmittag sitzen wir in der Auberge Gazon du Faing – mit Blick auf die Vogesen und einem deftigen elsässischen Eintopf im Teller. Drei Fleischsorten, warmer Dampf, schwere Soße. Leider erst nach 30 Minuten, denn man hat uns schlicht vergessen. Seppo fragt höflich nach, das Essen kommt – und zeitgleich der nächste Regen.

Kommt spät, dann aber gewaltig: Elsässer Eintopf

Die nachmittäglichen Pässe werden somit wieder zu einer Mischung aus Vorsicht, Nebel, und durchdrehenden Gedanken.

Viel Sonne, aber noch keine Suppe

Spritkrise mit Feiertagsflair

Gegen 17:00 Uhr beschließen wir, eine ursprünglich in Richtung Pierre-Percée geplante Schleife zu streichen und manuell Richtung Unterkunft zu navigieren. Leider führen unsere Umwege dazu, dass die Exige gefährlich in Richtung Reservemodus driftet – allerdings ohne dabei anzuzeigen, wie viel „Reserve“ überhaupt übrig ist . Solch moderne Features sucht man im Lotus vergeblich. „Wie, der zeigt keine Restreichweite an?“ fragt Seppo mehrfach und ungläubig …

Volldigitales Display in der Exige, komplett ohne Anzeige der Restreichweite

Einen Google-Suchlauf später steuern wir spritsparend eine Tankstelle in 6 km Entfernung an – nur um dort eine geschlossene Tür und ein handgeschriebenes Zettelchen vorzufinden. Die Tankstelle hat zu. Und das, obwohl sie laut Google eigentlich bis 19:00 Uhr offen hätte.

Ein Blick auf den Kalender erklärt alles: 14. Juli. Nationalfeiertag. Jetzt fügt sich auch die Blaskapelle des Morgens und das allgemein hohe Aufkommen an Ausflüglern und Wohnmobilen zu einem Gesamtbild zusammen. Wir Helden haben unsere Vogesen-Tour über das einzige landesweit gültige lange Wochenende der Franzosen geplant!

Noch ein letztes Mal mit dem günstigeren französischen Super Plus auffüllen

Wir segeln mit ausgeschaltetem Lüfter, flacher Gaspedalstellung und latenter Nervosität zur nächsten Tankstelle – 15 km entfernt. Es reicht. 36 Liter fließen in den 40-Liter-Tank der Exige. Alles halb so wild – 20 km wären wohl locker noch gegangen. Aber das Adrenalin bleibt.


Das Highlight – und ein Schweizer

Am späten Nachmittag wird es dann doch noch ein richtig guter Tag. Wir erwischen eine 16 km lange Passstraße zwischen Col du Donon und Kaysersberg, gut ausgebaut, trocken, frei – jedenfalls für genau 2 km. Dann fährt sich ein Schweizer Kleinwagen direkt vor uns fest, der wiederum selbst nicht an zwei Fahrrädern vorbeikommt.

Männer, die auf Seen starren

Vier Meter Fahrbahnbreite, beste Sicht auf einem halben Kilometer, aber keine Aktion. „He is overthinking it“, kommentiert Seppo trocken. Nach ein paar freundlich-bestimmten Gesten lässt uns der Schweizer schließlich vorbei, wir überholen auch die beiden Radfahrer – und genießen den Rest des Passes in vollen Zügen.


Ankunft in Kleinblittersdorf

Die letzte halbe Stunde wird von der Kurviger-App bestimmt, die uns durch sämtliche Wohngebiete der Umgebung leitet. Links, rechts, Tempo-30, zwei Kreisel. Reizvoll ist anders. Wir stellen auf Google Maps um – schnellster Weg – und rollen gegen 20:30 Uhr im Hotel ein.

8 Stunden 40 Minuten Fahrzeit, ein vergessener Eintopf, eine fast leere Tankanzeige, ein verhinderter Pass und ein erlösendes Stück Fahrfreude zum Schluss.

Nicht der einfachste Tag. Aber am Ende: einer, der hängen bleibt.

5

Vogesentour – Tag 2 – Ludwigswinkel → Saint-Maurice-sur-Moselle (325 km)

Zwischen Tarnkappenbaggern, Temposchwellen und französischer Gastfreundschaft

Pünktlich um neun starten wir in den Tag – und fahren uns auf den ersten Metern direkt das erste Mal fest. Falsche Richtung aus dem Hotelhof, kleiner Umweg, einmal verlegen am Frühstückstisch vorbei zurück auf Anfang. Immerhin: Der Fehler war schnell korrigiert, das Ego blieb mit leichten Kratzern zurück.

Heutige Fahrzeit 8h 9 min

Nach knapp einem Kilometer dann der Einstieg in die Route – zunächst über eine Strecke, die vermutlich als Testgelände für geländegängige Postkutschen gedacht war. Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 10 km/h. Effektiv möglich, ohne Schäden an Frontsplitter oder Stoßdämpfern: knapp 18. Die Exige und der Boxster rollen vorsichtig, aber entschlossen über den zerbröckelten Asphalt.

Grenzerfahrung

Der Grenzübergang: 7km/h, 2. Gang

Der Grenzübergang nach Frankreich fällt eher unspektakulär aus. Auf einem verwachsenen Waldweg werden wir per Schild freundlich aufgefordert, uns im nächsten Ort bei der Polizei zu melden. Wir entscheiden uns für die Variante „beim nächsten Mal“ – und fahren weiter in Richtung Bitche.

Dort erwartet uns eine Mischung aus verlassenem Kasernengelände, ehemaliger Militärromantik und ein Hauch von GTA V. Tarnkappenbagger inklusive. Dass man uns dort beim Abbiegen die Vorfahrt nimmt, überrascht niemanden mehr.

Mazda, Mittag und Mechanik

Hinter dem ersten Pass schließt ein junger Fahrer in einem Mazda MX-5 auf. Offenbar neugierig geworden, hängt er sich an uns – bei der nächsten Tankstelle kommen wir ins Gespräch. Großes Interesse an den Autos, höflich, unaufgeregt.
Ob er uns ein Stück begleiten darf? Klar. Als er am nächsten Pass mit beeindruckender Präzision an uns dran bleibt, kommt kurz der Gedanke: Undercover-Polizei?
Seine Antwort: ein klares Nein.
Unsere Einschätzung: einer der besten unbekannten Fahrer, die uns bislang begegnet sind.

Kurzzeitig zu Dritt

Zum Mittagessen gibt es Döner – die Roadtrip-Küche bleibt international, aber zweckmäßig.

Wenn der Lotus dicht macht

Der Lotus bleibt dem Thema „klassische englische Fahrzeugbaukunst“ treu: Heute klemmt der Kofferraum – ausgerechnet dort, wo das Verdeck verstaut ist.
Die Exige bleibt beim Mittagessen offen, als es langsam nach Regen aussieht. Doch: Glück gehabt. Der Passagierfußraum bleibt trocken.
Nach dem Essen gelingt es, den Kofferraum zu öffnen. Das Verdeck wandert anschließend aus Gründen der Praktikabilität in den Fußraum des Beifahrers. Man arrangiert sich.

Boxenstopp

Col de la Schlucht – Theorie und Praxis

Der „Geheimtipp“ des Tages: Col de la Schlucht. In der Theorie eine fahrerische Perle. In der Realität ein Ort, den offenbar alle Geheimtipp-Verwerter im Umkreis von 500 Kilometern auf dem Zettel hatten. Zusätzlich beginnt es am Fuß des Passes zu regnen. Die Fahrbahn nass, die Stimmung gedämpft, das Tempo reduziert. Kein Highlight – zumindest nicht für uns. Nicht heute.

Reifendruckkontrolle

Temposchwellen und Täuschungen

Ein durchgehendes Thema des Tages: Temposchwellen. An allen möglichen und unmöglichen Stellen zwingt uns diese bodennahe Betonpädagogik zu schrägen Überfahrten mit unter 3 km/h.
Für unsere Autos eine Herausforderung – für die hinter uns wartenden Franzosen im Clio vermutlich ein Rätsel.

Nicht beste Freunde: Tiefe Autos und französsiche Städte

Der große See und das kleine Nichts

Seppo freut sich den ganzen Tag auf einen türkisblauen, einsamen Gebirgssee der gegen Ende des Tages am Wegesrand liegen soll. Die Badehose wird schon mal hervorgekramt und wir lassen dafür sämtliche andere Sehenswürdigkeiten aus. Die Enttäuschung ist groß: ein trüber Stausee, überlaufen, vermüllt, ohne Zauber. Wir essen ein Eis und fahren weiter. Immerhin: wieder ein Running Gag mehr.

Der See … irgendwie fürn Arsch.

Landschaft und Langsamkeit

Die Landschaft nehmen wir heute etwas bewusster wahr. Teils, weil wir im Verkehr hängen, teils, weil sie tatsächlich sehenswerter wird. Täler, Felsen, Wälder – das Auge bekommt mehr zu tun als am Vortag.

Seppo zeigt Interesse an der Landschaft

Abendliches Highlight

Der Hotelgarten

Unser Hotel in Saint-Maurice-sur-Moselle entpuppt sich als echter Glücksgriff: eine alte Villa, die liebevoll zum Hotel umgebaut wird. Die Gastgeber – ein sympathisches Paar – servieren uns ein Abendessen mit lokalen Spezialitäten. Es gibt Hühnchen (in der Vorwoche vom Fuchs erledigt), reichlich Käse und guten Wein.
Gemeinsames Essen mit den Gastgebern und einem britischen Pärchen – ein entspannter, ehrlicher Abschluss.

Hühnchenwurst mit Käse und Weinsoße

Später im Gamesroom noch eine kleine Runde Airhockey und Dart. Zwischen Traktionskontrolle und Temposchwellen mal wieder ein Moment, in dem man nichts muss – außer genießen.

Training …

Fazit des Tages: Schöne Strecken sind am Wochenende selten ein Geheimtipp … Morgen wartet erst mal ein wenig Regen auf uns – aber wir hoffen auf weniger Vekehr … da Wochentag.

5

Vogesentour – Tag 1 – Düren → Ludwigswinkel (412 km)

„Ich kann riechen, wenn Du Vollgas gibst.“

Pünktlich um zehn ging’s los – zumindest theoretisch. Praktisch haben wir uns nach exakt acht Kilometern das erste Mal verfahren. Grund: Die Route von Tag 3 war noch im Navi aktiv. Navigationstechnisch also gleich mal mit Vollgas in die Zukunft gefahren.

Aber: Glück im Timing-Desaster. Denn die spontane Abkürzung bescherte uns eine Stunde Zeitgewinn – was sich später als Segen herausstellte, als wir unser Hotel exakt 30 Minuten vor Küchenschluss erreichten. Ohne Umweg also kein Bier. Und ohne Bier kein Roadtrip.


Kilometer mit Haltung

Die Route? Ein echtes Brett. Die Route? Ein Meisterwerk. Von den 412 Kilometern waren gefühlt 400 Kilometer voller Qualitätskurven.
Kaum Verkehr, bestes Wetter, und das Thermometer konstant unter „Motorschaden“. Die Straßen? Kurvig, griffig, fordernd. Aber immer unterhaltsam.

Qualitätsautos und -kurven

Sperrungen? Nur Vorschläge

Streckensperrungen? Ja. Viele. Aber wir haben eine kreative Beziehung zu Verkehrsschildern.
Besonders erinnerungswürdig: Eine „Durchfahrt verboten“-Zone, die wir beherzt ignorierten, nur um wenig später über eine „Anlieger frei“-Schotterpiste zu kriechen. Dort bewegte sich die Exige mit der Präzision eines Bombenentschärfers – schließlich war der frisch montierte Frontsplitter noch in Originalform und sollte es auch bleiben.


Besonders angenehm: Die freien Straßen ermöglichten einen klaren Rhythmus. Nur gelegentlich mussten wir uns für VW Passats mit Anhänger eine Pause gönnen – der sportlich gemeinte Abstand hätte sonst zu peinlichen Überholmanövern geführt.

Pause mit Perspektive

Boxenstopp in Adenau, mit Blick auf den Nürburgring. Touristenfahrten, wohin das Auge reicht. Statt sich in die Schlange einzureihen, gab’s bei uns nur Schauen, Kaffeetrinken und die Gewissheit: Unsere Strecke ist schöner. Und länger. Und günstiger.

Nürburgring
Touristen

Mittagspause in Zell an der Mosel. Pizza, Cola, Sonnenstrahlen. Und die Beobachtung, dass ganze Personengruppen um Punkt zwölf schon voll wie der Tank waren. Wir haben’s sportlich ignoriert – wir hatten ja noch was vor.

Maschinen mit Eigenheiten

Der Boxster? Ein Muster an deutscher Ingenieursvernunft. Präzise, kultiviert, mit dem souveränen Charme eines Fahrzeugs, das nicht erklären muss, sondern liefert.
Die Exige? Radikal, rau, kompromisslos. Und etwas launisch: Nach etwa 50 Kilometern entschied sich ihre Traktionskontrolle spontan zur Frühverrentung – direkt nach einem etwas ambitionierten Herausbeschleunigen aus einem Kreisverkehr. Seitdem: keine Assistenz, kein Problem.

Ein weiteres Phänomen: Wenn die Exige vorausfährt, riecht man im Boxster, wenn Vollgas gegeben wird – und zwar eindeutig nach Benzin. Das ist keine Metapher. Das ist mechanische Wahrheit, die sich ihren Weg durch den Fahrtwind bahnt.

Abschluss in Ludwigswinkel

Pizza mit Bier

Ankunft am Hotel mit glücklichem Timing. Noch 30 Minuten bis Küchenschluss, also schnell Pizza bestellt, Bier dazu, fertig. Roadtrip-Kulinarik in Bestform.

Fotos? Kaum gemacht.
Natur? Sicher schön.
Aber: Die Erinnerung spielt sich irgendwo zwischen Drehzahlmesser und Querbeschleunigung ab. Alles andere war irgendwie … Deko.

Statistik zum Abschluss

  • Ankunft: 30 Minuten vor Küchenschluss. Mission Pizza erfolgreich.
  • Essen: Pizza. Bier. Fertig.
  • Tankstopps: Zwei
  • Fotos: Gefühlt zwei
  • Natur: Vermutlich schön. Links und rechts huschte sie vorbei wie Hintergrundgrafik in einem Arcade-Racer.
  • Querbeschleunigung (Boxster): Maximal gemessen: 0.9 g. Die 1.0 bleibt das Ziel.

Fazit: Der erste Tag hat geliefert. Asphalt, Adrenalin, Anekdoten – und eine Traktionskontrolle weniger. Wir freuen uns auf morgen.

3

“Der steilste Berg…”

Jetzt sind wir schon fast eine Woche im Lechtal und haben noch auf keinem Foto die Lech gezeigt … daher starten wir heute mit einem Lech-Foto ? So sieht sie aus:

Lech ?️

Und das war auch gleichzeitig der Startpunkt für unsere gestrige Tour. Ihr seht rechts den verschneiten Weg im Wald verschwinden? Da ging es lang. Es war gemüüütlich geplant – die “Bacher Sonnenseiten-Runde” mit 190hm, höchster Punkt 1.217m N.N.

Die Sonne als ständiger Begleiter ☀️

Dabei kamen wir an der Jöchelspitzbahn vorbei die uns auf 1.800m hätte befördern können. Aber wie im Winter üblich, sollen Fußgänger für die Fahrt auf den Berg zwar den vollen Preis zahlen, sich dann oben aber auf “Hinsetzen und gastronomischen Verzehr” beschränken. Denn Spazieren gehen ist oben strengstens verboten, um die Skifahrer nicht zu stören … Wir lehnten dankend ab und haben uns weiter auf unseren gemütlichen Geh-Weg begeben.

Sieht nicht so aus, kann aber ganz schön glatt werden! ?

Schnell ging uns aber ein Licht auf?, dass wir, wenn wir so zackig weiter marschieren, viel zu früh am Ende der geplanten Tour ankommen.

Es musste gehandelt werden und es musste kurzerhand eine Erweiterung für unsere Wanderung her. Also, Wanderkarte raus gekramt und geguckt wo man eine extra Schleife dran hängen kann. Gesucht, gefunden: 2km Strecke und 250 zusätzliche Höhenmeter waren schnell gefunden. Sollte immer noch gemütlich sein. Weiter gehts:

Am Bauern vorbei.
Leicht bergauf

Eine der Abzweigungen haben wir dann prompt verpasst – und sind bei einem dürftigen Wasserfall gelandet, der sogar offiziell ausgewiesen, aber noch nicht mal eines Fotos würdig war ? … also kehrt-marsch und die Karte nochmal genauer studieren.

“An der Hütte da oben müssen wir rechts vorbei, also muss der Weg hier lang gehen, auch wenn hier kein Schild oder ein sonstiger Hinweis auf einen Weg ist – wir müssen den Berg genau hier hoch!” Gesagt, getan:

Besser nicht zurück ? ! 100hm auf einen Streich! Was ein Aufstieg ?

Und auch wenn wir nicht die “Allereinzigsten” waren die hier in den letzten Monaten gegangen sind (da waren noch 2, 3 weitere, schon wieder halb zugeschneite, Fußspuren), sollte sich diese Steigung als “der steilste Berg den Nina je gegangen ist” raus stellen. Zum Glück hatten wir 2 Stöcke bei – ohne die wär es wirklich schwierig bis unmöglich gewesen.

Nicht viel weniger spektakulär ging der Rest der Tour-Erweiterung weiter. Ein paarmal konnten wir den Weg nur erraten, und auch wenn die Steigung etwas nachließ war es trotzdem noch ordentlich 🙂

Mit “Allrad” sind die Steigungen easy – Da macht man sogar seine eigene Spur auf! ?

Mit einer durchschnittlichen Steigung laut Karte von 40-42% haben wir die zusätzlichen 200 Höhenmeter in 500m Strecke hinter uns gebracht und wurden oben von sichtlich überraschten Bergbewohnern begrüßt.

Links: Schafe

Und das scheinen nicht die einzigen Bewohner dort oben zu sein. Statt lediglich Heu-Schuppen vor zu finden, haben wir auch eine kleine schöne Sommerresidenz gefunden. Ohne fließend Wasser, Strom, WLAN oder auch nur normalem Handy-Empfang, aber mit Lagnese-Sonnenschirm und herrlicher Aussicht.

?

Beim Abstieg haben wir dann sogar wieder Beschilderungen gefunden … die eher wahllos, mitten auf einer Kuhweide stehend, in irgendeine Richtung gezeigt haben. Aber zumindest waren wir uns sicher, nicht gänzlich vom rechten Weg abgekommen zu sein.

Grob geht’s da lang!

Und so war der Abstieg ähnlich kurz und schmerzvoll wie der Aufstieg – was uns rechtzeitig zu unserer Ziel-Hütte brachte, wo wir eigentlich Abendessen wollten. Diese hatte sogar auf, jedoch war weder am Eingang, noch am Empfang, noch in der nur halb beleuchteten Gaststube, keinerlei Personal zu finden… nach kürzester Wartezeit sind wir unverrichteter Dinge wieder aufgebrochen … so weit wars auch nicht mehr bis zum Auto.

Das Restaurant im Tal „Zur Geierwally” war letztlich ein wahrer Gaumenschmaus! Hier kocht der Chef noch höchstpersönlich in liebevoller Handarbeit „13 Stunden stehe ich am Tag in der Küche.“ – und was sollen wir sagen, das schmeckt man auch!! ?

“Wilderer Teller” mit dreierlei vom Wild: Gams, Reh und Wildschwein.
Bester Hirschgulasch in uriger Atmosphäre! Lecker! ?

Das tolle Essen hatten wir uns nach der aufregenden Tour verdient, meint ihr nicht auch?

7

Den Loipen entlang

Bei nach wie vor bestem Kaiserwetter ging es mal wieder durch wunderschöne Winter-Landschaften.

Frische Loipen ⛷️

Was vielerorts nicht gern gesehen wird – Fußgänger neben den Loipen – ist hier in Hochkrumbach (Arlberg) kein Problem.

?

Und so geht es heute mal auf gut präparierten Pisten durch hochalpine Landschaften.

Auf geht‘s!
Wir gehen lieber im Schatten ?

Auch mit dem Auto konnte man hervorragend auf schon 1.600m anreisen… da ist der Schnee auch bei prallen Sonnenschein noch schön knackig.

?️

Ziel der Wanderung war übrigens Österreichs schönster Platz 2017: der Körbersee… den wir, zugeschneit wie er war, nicht beeindruckend auf Bildern festgehalten haben und deswegen hier auch nicht zeigen.

Landschaft nahe des Körbersees

Natürlich durften auch die obligatorischen Stärkung für unseren treuen, nach 4 Tagen ununterbrochener Schneetoberei aber auch manchmal etwas müden, Begleiter nicht fehlen.

yum yummy

Und so geht ein weiterer sonnen- und schneereich Tag zu Ende.

Am Rande der Piste gibt’s auch weichen Schnee…

7

Mehr Schnee ❄️

Heute haben wir uns auf den Weg gemacht, noch mehr Schnee zu finden. Und wir sind fündig geworden.

stapf-stapf-stapf
Erste Spuren im Schnee: ??
Schöne Aussichten inklusive!
Bitte lächeln!

Leider war das aber schon zu viel Schnee, so dass wir förmlich im Schnee stecken geblieben und nicht viel weiter gekommen sind als bis zu dieser Bank. Als ich (Frank) bei der Bank angekommen bin, war sie allerdings schon vollständig belegt…

❄️

Aber wie soll man ihm sauer sein?

keep smiling

Also sind wir noch ein Stückchen weiter gefahren und haben noch ein ganz tolles Fleckchen schneebedeckter Erde zum wandern gefunden.

Super schön ?
Kleine Kapelle gefunden
Wenn Sonne hinterm Berg ist, wird es kalt ?

Gute Nacht für heute ?

5

Spaß im Schnee und tolle Aussichten

Nina und Frank
Yoshi
Hänsel und Gretel

Wir hatten ein paar tolle Wanderungen bei herrlichem Wetter und viiiiiel Schnee! ⛄️

Kniehoher weicher Schnee
Ausblick auf unser Tal, auf ca. 1580 m
Schneefuchs ?

Und am Ende auch mit verdienten Belohnungen für alle.

Lecker!
Yummy!

5

Lawinen versperren den Weg

Gestern sind wir etwas kraxeliger gestartet.

Über Fluss…
… und Stock und Stein!

Und dabei recht schnell komischen Waldbewohnern begegnet.

Zu Holz erstarrte Eulen! Der Fuchs war lebendig, den haben wir mit genommen ?‍♀️
Aussicht auf das Matschertal.

Es gab jede Menge Hindernisse zu überwinden, z.B. Bäche und Überbleibsel von einer Geröll-Lawine. Das ein oder andere mal sind wir sogar Schienbeintief im Schnee versunken.

Leider hat uns dann nach circa 1 1/2 Stunden Wanderung die Überbleibsel einer zweiten Geröll-Schnee-Lawine komplett den Wanderweg abgesperrt. Runter wie rauf zu steil und somit zu gefährlich… Da es somit keinen alternativen Weg gab, blieb uns nix anderes übrig, als den Rückweg ein zu schlagen.

Rückweg eingeschlagen.

Da es zu spät war noch was komplett anderes zu unternehmen haben wir es einfach was ruhiger angehen lassen.

Skifahrer:innen auf der anderen Bergseite beobachten ?
Fotobomb!

Bevor wir dann ins Tal zurück gekehrt sind (Unsere Unterkunft ist ganz hinten, hinter den Zweien im Vordergrund), haben dir draußen in der Sonne noch einen Absacker getrunken.

Sundowner.
Hütte „gefunden“!

Und so sah es dann noch zum Nacht-Gassi aus:

Foto 1
Foto 2

Jetzt seid ihr dran!

Zwei sehr ähnliche Fotos – Von zwei verschiedenen Handys, sagt uns mal welches ihr besser findet! Foto 1 oder Foto 2?

7

Aus dem milden Tal in die kalte Wildnis!

Gestartet sind wir gestern etwas tiefer (1.500 mNN) und rechts und links vom Weg war schon nicht mehr ganz so viel mit Schnee…

Schneepiste!

Hier gab es wieder keine Hütte, dafür aber genügend Bänke.

Pause.

Sehr bald, mit jedem Höhenmeter wurde der Schnee dann aber auch wieder mehr.

Langsam aber sicher Bergauf!

Yoshi ist natürlich mal wieder im Schnee ausgerastet und hat sich prompt im einzigen Mini-Holzpfeiler verfangen der weit und breit zu sehen war… Hier ein Foto von der wagemutigen „Rettungsaktion“:

Tiefschnee stapfen.

Oben angekommen (bei knapp 2.000 mNN) war es dann plötzlich riiiiichtig kalt und teilweise lag noch meterhoher Schnee.

Am Zielpunkt angekommen!

Auf dem Rückweg dann eher wieder Sonnenbrand-Gefahr ?️

Eincremen nicht vergessen!

Ein weiterer schöner Spaziergang war’s, bei dem wir innerhalb von 4 Stunden in Summe nur 4 andere Menschen gesehen haben. ❄️

6