Tja, dann sieht das ungefähr so aus:

Heute wecken uns die Almkühe mit ihren Glocken noch vor dem Wecker. Die Zeit nutzen wir natürlich um heute (mal wieder) die ersten beim Frühstück zu sein ?
Für heute steht Wanderroute Nr.10 an, es geht nach Österreich auf die Wild-Alm! Aber das eigentliche Highlight der Tour soll die Wanderung auf einem schmalen Grat am Dürrnbachhorn (1778m) sein – auf der einen Seite Deutschland, auf der anderen Seite Österreich. Und das mit dem angeblich schönsten Blick auf die Chiemgauer Alpen – wenn das kein Versprechen ist!


Rauf geht es heute nicht komplett zu Fuß, denn wir gönnen uns ein paar Höhenmeter mit der Nostalgie-Sesselbahn. Wie wir erfahren, hat sie dieses Jahr auch noch mal den TÜV bestanden! Witz oder Ernst? Wir wissen: Traue nie einem Hüttenwirt! ? Aus dem Grund sind wir nach der “wilden Fahrt” recht froh wieder Boden unter den Füßen zu haben!! Je ein Schnaps vorher und nachher wären hier sicher von Vorteil gewesen ?

Nach ziemlich genau 20 Minuten erreichen wir also die Bergstation auf 1620m, gestartet sind wir auf 1210m. Wir sind auch hier tatsächlich die ersten am Lift!! Crazy!! ? Oben angekommen, steigen wir aus unseren Sesseln, der Blick schweift einmal kurz zurück und dann … Oh no! Alarm! Die nächsten Sitze sind voll mit Menschen!! Einer nach dem anderen! Also nix wie nauf auf den Berg! Zacki-zacki noch mal knapp 200m rauf zum Grat flitzen!! Beine in die Hand und Stöcke präpariert – heute sind wir die ersten am Gipfelkreuz!!

Tatsächlich haben wir es als erstes geschafft. Auch wenn unsere Verfolger ehrlicherweise deutlich aufgeholt hatten. Aber EGAL, die ruhigen Minuten haben wir schwer genossen!! ?

Die Aussicht ist wirklich herrlich. Wir blicken auf der einen Seite auf den Weit– und den Mittersee, auf der anderen Seite erstreckt sich das schöne Heutal. Es geht noch etwa 1 km auf dem Grat weiter, bevor der Abstieg zur Wild-Alm ansteht. Links und rechts geht es einfach mal steil bergab, der Weg ist zum Teil nur 1m breit. So richtig bewusst wird uns dies auch erst nach Sichtung des Bildmaterials …
Der Abstieg fällt mittlerweile vergleichsweise leicht, die Muskeln und die “müden Knochen” scheinen mittlerweile trainiert ???? Wir erfreuen uns heute nicht nur über den muskulären Fortschritt, sondern viel mehr über sehr freundlich gestimmte Flugbegleiter in sämtlichen Größen und Farben, die um uns herum schwirren. Schmetterlinge! ?


Nach 4 1/2 Stunden erreichen wir die Wild-Alm, müde aber glücklich! Darauf gibt es heute Kaiserschmarrn, n Helles und ne Milch – An Guadn!

Für den Heimweg stehen dann noch mal knapp zwei Stunden “leichtes ausrollen” an, bevor wir nach einer wohltuenden Dusche hundemüde ins Bett fallen ?
Fazit: Schee war’s! ?
Ach Leute, wie soll es anders sein!? –> Die Muskeln in den Oberschenkeln brennen und die Knie tun weh. Auch meine Füße haben die ein oder andere Blessur, in Form von offenen Blasen, davon getragen. Eigentlich schon fast verwunderlich, da die Boots schön eingelaufen sind. Nun ja, machste nix, is halt wie es is – no pain, no gain! Das Aufstehen fällt schwer, aber der Magen will aufgefüllt werden ? Der Tag startet für uns also heute eher spät. Das haben wir uns aber auch nach dem Tag gestern einfach verdient! Wir hauen uns ein paar Eier in die Pfanne und gönnen uns frisch gepressten Osaf(t) ? Im Anschluss geht es für uns ins Auto, um unsere Beine ein wenig zu schonen und die Umgebung großräumig zu erkunden. Gefunden haben wir ein schönes Fleckchen Erde, welches noch nicht zu bekannt scheint.



Zum Abschluss sind wir noch zum lokalen Metzger. Das dann in Butter gebratene Stück Rinderfilet vom glücklichen Almrind war der Hammer. Bestes Steak seit laaaaaangem!
Pfiat di!
Heute war ich schon früher wach als gedacht und somit wurde die gewonnene Zeit am Morgen gleich genutzt um zacki-zacki das Nötigste zu futtern und dann aber auch direkt los zu fahren: Denn der Berg ruft!

Zu erst geht es ein Stück mit dem Auto in Richtung Süden. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir den Parkplatz Bayerwald (5,- Eur Parkgebühr für den ganzen Tag). Es scheint nicht all zu voll zu sein, also Rucksäcke aufsatteln, Wanderstöcke präparieren und los geht’s!

Schon die ersten Schritte in Richtung erstem Etappenziel, der Sonnberg-Alm auf 1485m, scheinen vielversprechend anstrengend zu werden. Es geht gleich in Serpentinen auf – Der Wille ist da, die Muskeln mehr als frisch und der Ehrgeiz lässt nicht locker. Also weiter, immer weiter! ?

Es geht wirklich unerbittlich hoch und hoch und weiter hoch, über Stock und über Stein, über trockene Bachläufe und umgekippte Bäume, sehr schmale und auch mal etwas weniger schmale Wege, teils sehr matschig und voll Geröll und zu selten einfach mal gerade aus! Der Weg schlängelt sich recht schnell hoch, wodurch die Aussicht sehr schnell, sehr schön wird! Es lohnt sich also den oft nach unten gerichteten Blick auch mal nach links und rechts schweifen zu lassen.


Nach ca. 4 Stunden verlassen wir die Baumzone und erreichen lichteres Gelände und kurz darauf “auch schon” die Sonnberg-Alm – endlich! Erstmal ankommen und ein Spezi zischen!

Wer nun denkt, dies sei das Ziel, der irrt. Denn unser Hauptziel galt der Tegernseer Hütte, noch einmal 200m weiter oben!

Es geht noch mal kurz ein paar Meter, mit leichter Erhöhung, nach oben…

… und dann stehen wir auch schon vor der Steilwand! Ähm!?!? Da hoch!?!? Ich??? Du??? Ähm!?!?! Jaaaaaa, okay – Poock mer’s!



Schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man dieses Stückchen Fels erklimmen möchte. Okay, schwindelfrei bin ich! Dachte ich zumindest!

Es hat auf beiden Seiten viel Kraft benötigt um die Steilwand zu meistern, geistig und körperlich… Oben angekommen erreichen wir nass verschwitzt die Tegernseer Hütte. Ein Spezi darf auch hier nicht fehlen!

Fazit: Heftig, alter Schwede! Aber Erfolg auf ganzer Linie! Wir haben’s geschafft. Man sollte in Bayern keinem Hüttenwirt trauen, der einem sagt: “Das schafft ihr schon, das ist ein Altfrauen-Steig!” … Ich frag mich heute noch, wie genau meine Oma da hoch kommen soll!? ?
Der Wecker klingelt pünktlich um 6 Uhr. Das Auto wird schnell gepackt und mit nur ein wenig Katzenwäsche geht es ‘on the Road again’. Mit 2 Staus, 3 Rückstaus, einem Boxenstop und einer falsch genommenen Ausfahrt kommen wir wohlbehalten und leicht geschlaucht, um kurz vor 14 Uhr, am Tegernsee an.

Nur noch schnell das Notwendigste einkaufen, dem See mal eben schnell ‘Hallo’ sagen, ein Bierchen zischen und dann geht es nach einer deftigen Brotzeit heute auch schon früh für uns ins Bett. Gute Nacht!

