Nähdään pian Suomi!

Schwuppdiwupp … ist die Woche auch schon wieder um. Schade, das geht wirklich immer schnell. Aber schön wars, und viel haben wir erlebt.

  • Euphorisches Schneeschippen am ersten Tag
  • Rasantes Snowmobil
  • Schneeschuhwandern ohne Schneeschuhe
  • Siegreiches Eis-Karting
  • Mutiges Skifahren
  • Spurritzenreiches eFat-biken
  • 700km Eisstraßen (#kein-Asphalt)
  • Waghalsige Drohnenvideos
  • Umfangreiches Equipmentschleppen
  • Heiße Sauna
  • Kaltes Eisbad
  • Romantisches Kaminfeuer
  • Schönes Blockhaus
  • Lecker Lachs
  • Schmackhaftes Rentier (teuer!)
  • Teure Nahrungsmittel
  • Hilfsbereite Finnen
  • Professionelle Franzosen 😀
  • Eiskalter “Ülles” (-30°C)
  • Schneegekühlter Sekt
  • uvm…
Tschüss, bis zum nächsten Mal.

P.s.: Bleibt dabei… Auch wenn wir schon zurück fliegen, wir haben noch Futter für ein paar Posts in den nächsten Tagen!

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Luftnummer?

Heute zur Abwechslung mal ein paar Bilder aus einer anderen Perspektive.

Unsere Blockhütte ist die ganz vorne rechts mit freiem Blick in den Wald – noch vor dem Sonnenaufgang fotografiert. Wer war denn da so früh wach?

Angefangen hat der Tag freundlich – mit freiem Himmel bei Sonnenaufgang.

Ganz in der Nähe unserer Blockhütte, 72m weiter himmelwärts. Im Hintergrund der “Ülles”.

Klar, dass es bei dem Wetter raus geht. Besser können die Bedingungen für unsere heutige Tour nicht sein!

In Schlangenlinie durch den Wald.
Und dann ist plötzlich die Sonne weg … bloß nicht den Überblick verlieren …

Das Wetter hätte heute echt besser kaum sein können. Klar – irgendwann sind noch mal ein paar tief hängende Wolken durchgezogen – aber bald war der Himmel wieder frei. Und das Ganze bei angenehm knackigen -10°C. Was will man mehr?

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Tschüss Wale…

… denn wir fliegen jetzt wieder nach Hause.

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Fünf Sterne Luxus auf den Azoren…

Für unseren ersten Tag auf Sao Miguel haben wir uns was besonderes ausgesucht: das verlassene Luxushotel Monte Palace kombiniert die Faszination eines “Lost Place“ mit einer der besten Aussichten auf den ganzen Azoren. Das Wetter ist gut, also nichts wie hin. Schon vor dem Eingang werden wir von Warnschildern und Gittern empfangen.

Warnschilder weisen aus die Gefahren hin
Die Eingänge sind verschlossen

Aber fest entschlossen wie wir sind lassen wir uns davon nicht zurück halten. Mit Räuberleiter und athletischen Einlagen sind die Hindernisse schnell überwunden und wir haben Zugang zum ehemaligen Luxus Hotel.

Langsam schleichen wir uns weiter ins innere des Hotels vor. Ein wenig spooky ist es ja irgendwie schon. Und kaum zu glauben aber wahr: Es ist wirklich kalt!

Das Atrium des Monte Palace

Etage für Etage geht es weiter nach oben. Wir besichtigen die alten Zimmer, Suiten, den Speisesaal, die Bar und die hauseigene Bank. Alles bis auf die Grundmauern leer, kahl und leblos, grade noch zu erahnen, was es einmal war.

Der ehemalige Speisesaal

Zur Geschichte: 1977 wurde Indústria Açoreana Turistico-Hoteleira S.A. (IATH) von belgischen und französischen Investoren mit dem Ziel gegründet die Azoren mit dem Bau von zwei Luxus Hotels touristisch zu entwickeln. Ein Jahr darauf wurde mit der konkreten Planung der beiden Luxus Hotels begonnen. Das erste der beiden Hotels, das Bahia Palace, wurde nahe der Hauptstadt Ponta Delgada am Strand geplant. Das Zweite sollte dem Ersten in nichts nach stehen, aber on top noch einmal etwas ganz besonders sein! Als Prunkstück des Luxus Tourismus musste am herausragendsten aller Punkte auf der Insel gebaut werden: dem Vista do Reis, die “Aussicht der Könige”. An diesem Punkt überblickt man zur einen Seite den Atlantik, zur andren die Sete Cidades, die imposante Landschaft des größten Kratersees der ganzen Azoren. Wirklich königlich!

Aussicht aus einem der 83 Zimmer

Aber der Bau stand unter keinen guten Vorzeichen. Bei der einheimischen Bevölkerung kam die Idee, dort am “königlichen Aussichtspunkt” ein kommerzielles Hotel zu bauen, von Anfang an nicht gut an. Noch problematischer waren aber immer wieder Verzögerungen beim Bau. Es zog sich über Jahre hin und wurde immer teurer. Und das während in den 80ern die Zinsen heftig anzogen. Immer wieder gab es auch jahrelange Baustopps. 1988, also 10 Jahre nach Planungsbeginn, gab es eine Krisensitzung der Bauträger und der mittlerweile zahlreichen beteiligten Banken. Zur Überraschung von vielen Experten kam dabei nicht heraus das Projekt endgültig zu beenden. Stattdessen sollte das schon zu 80-90% fertige Prestigeprojekt in einem letzten Kraftakt endlich fertig gestellt werden!

Am 15. April 1989 wurde das Monte Palace endlich, nach 12 jähriger Entstehungszeit, eröffnet. Es hatte 83 luxuriös ausgestattete Hotelräume, vier große Suiten und eine Präsidenten Suite. Es beschäftigte mehr als 100 Azoreaner, die sich in der American-styled Bar D. Urraca, den beiden Restaurants Dom Carlos und Dona Amelia sowie dem Nachtclub Discoteca Chamarrita um das Wohl der Gäste kümmerten. Bilder vom Bau und dem fertigen Hotel könnt ihr in diesem sehr lesenswerten englischsprachigen Artikel sehen: klick. Alles war perfekt hergerichtet, die Gäste konnten kommen.

Auf der anderen Seite waren massive Kredite und zu hohen Zinssätzen für die dick überzogene Bauzeit zu bedienen. Und – viel dramatischer noch – die Hotelgäste blieben aus. Während die Restaurants und der Nachtclub bei der einheimischen Bevölkerung beliebt waren, blieben die Hotelzimmer aufgrund fehlender Infrastruktur leer. Am Ausblick der Könige gab es außer dem phänomenalen Panorama eben nicht viel anderes. Dafür aber gab es eine längere Anreise von Flughafen, keine Strände, keinen Pool, kein Spa, von einem Golfplatz ganz zu schweigen, das einst geplante Casino wurde nicht von dem Behörden genehmigt, die prunkvolle Terrasse war aufgrund kalter Winde am Kraterrand meist ungemütlich kühl und last but not least: der Ausblick ist bei über 200 Regentagen pro Jahr häufig hinter einer grauen Nebelsuppe versteckt.

Kein Azorenberg entgeht dem Nebel

Es kam also wie es kommen musste. Am 26. November 1990, nur 19 Monate nach seiner Eröffnung, schloss das Monte schon wieder und für immer seine Pforten.

Ob die Ähnlichkeit mit Graf Zahl zufällig ist?

20 Jahre lang, bis 2010, bezahlten verschiedene Investoren noch einen Wächter samt Wachhunden, in der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung. Bis dahin war das Monte bis auf ein paar Löcher im Dach und Schäden aufgrund von Feuchtigkeit noch vollständig bestückt und ganz gut in Schuss. Als in Folge der Finanzkrise 2010 noch nicht mal mehr ein Investor den Wächter bezahlen konnte, zog dieser aus. Besuche von Dieben und Vandalen nahmen schlagartig zu. Kurze Zeit später war kein Interieur mehr vorhanden. Möbel, Spiegel, Geschirr, Toiletten, Marmor und sogar die Aufzüge… Alles war weg, die Fensterscheiben größtenteils zerstört. Um die Touristen nicht zu gefährden, die bei gutem Wetter aufgrund der prachtvollen Aussicht immer noch am Vista do Reis vorbei kamen, wies die Inselregierung 2012 an, in der nach zwei Jahren ohne Wächter völlig verwüsteten Ruine, alle Fensterscheiben samt Rahmen entfernen lassen. Seit dem steht der einstige Prunkbau vollständig entkernt da und lässt sich von der Natur zurückerobern. Auch mehr oder weniger begabte Graffiti Künstler tragen zum heutigen Charme des Gebäudes bei.

Diese traurige Historie im Hinterkopf arbeiten wir uns Etage für Etage bis aufs Dach hoch. Ja, der Ausblick und die Stimmung sind wirklich phänomenal! Und der Ausflug somit etwas ganz besonderes!

P.s.: Lost Place? Was gehört eigentlich zu einem “Lost Place“ dazu? Verloren ist der Platz sicherlich, keine Frage. Wer allerdings auch Einsamkeit erwartet ist hier definitiv fehl am Platz! Das Monte Palace scheint sich mittlerweile größerer Beliebtheit zu erfreuen als damals in 1989…

Touristen sämtlichen Alters werden mittlerweile in Bussen hier hoch gefahren, die Auto Touristen parken in zwei Reihen so dass sich nicht selten direkt am Monte ein Stau bildet. Am Parkplatz steht sein Souvenir Shop und eine Burger Braterei sorgt für das leibliche Wohl. Und wer es an den, eher Alibi mäßigen, Absperrungen vorbei auf das Dach schafft darf das verbliebene jüngere Publikum scharenweise bei Insta-Posts beobachten 😉

Nicht desto trotz, wir fanden es einen besonderen und mythischen Ausflug! In diesem Sinne…

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Einfach mal chillen …

… Heute war ein entspannter Tag. Flores ist nicht so groß, dass man sich hetzen müsste um alles zu sehen wenn man 6 Nächte bleibt. Im Gegenteil: irgendwie begegnet man an den verschiedensten Stellen auf der Insel immer wieder den gleichen Leuten.

Wir haben es entspannt angehen lassen. Also auf zum Whale-Spotting:

So eine Tour dauert schon mal 3 Stunden 😉 Gesichtet haben wir keine Wale. Aber das Wetter war schön und so haben wir es lange ausgehalten 🙂

Ein anderes Natur Phänomen das auf den Azoren nur einmal vorkommt ist Rocha dos Bordões.

Wenn Lava schnell abkühlt bildet sie solche senkrechten Basalt Säulen. Findet ihr nicht auch, dass das irgendwie aussieht wie ein 570.000 Jahre alter Bartenwal? Dann haben wir also doch noch einen gesehen 🙂

Und zum Abschluss gab es noch einen gewaltigen Sonnenuntergang in unserem Garten.

In diesem Sinne: Gute Nacht.

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Unser Zuhause auf Flores

Jetzt sind wir auch in unserem Häuschen auf Flores angekommen. Wir haben einen eigenen, großen Garten. Grillplatz mit Blick auf den Sonnenuntergang UND auf die “Attraktivitäten” der Insel: die Wasserfälle. Aber seht selbst im 360° Rundumblick.

Wenn ihr die (i)s anklickt, vergesst nicht die Info über das rote (x) oben rechts wieder zu schließen. Achja – und geht gerne über die Vollbildfunktion, dann kommt die ganze Pracht erst richtig rüber ?

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Walfang auf Pico

Ab dem 18. Jarhundert bis 1987 wurde Walfang auf Pico betrieben. Zentrum für den Walfang war der damalige Hauptort von Pico: Lajes (heute ist es Madalena). Gejagt wurden ausschließlich Pottwale, weil diese das meiste Öl im Kopf hatten!

Ein ausgewachsener Pottwal enthält ca. 2,5t Öl in seinem Spermaceti, eine Art akustische Linse, welche ihn bei der Echoortung seiner Beute unterstützt.

An Land, in einem Ausguck, waren tagtäglich die Späher positioniert. Entdeckten sie einen Pottwal (zu erkennen am entsprechenden Blas), wurde Alarm geschlagen. Die (mutigen) Walfänger des Orts liefen dann blitzschnell zum Hafen, wo schon die fertig präparierten Boote auf sie warteten – ähnlich der heutigen freiwilligen Feuerwehr. Denn “eigentlich” gingen die Walfänger auch noch anderen Berufen nach, z.B. waren sie Barbiere, Bäcker, Bauern, oder Fischer. Jetzt, wo ein Pottwal in Sicht ist, war endlich Action angesagt. Auf kleinen, “handbetriebenen” Ruderbooten wurde den Walen nachgestellt. Motorboote wären zu laut gewesen und hätten die Wale vertrieben bevor die Männer in Wurfreichweite gewesen wären.

Hättet ihr euch so ein Walfangboot im Jahr 1987 vorgestellt?

Die Jagd selber passierte ausschließlich mit handbetriebenen Harpunen und Waffen. Zuerst wurde der Wal mit einer Harpune “fixiert”. War er getroffen, ging er erst mal in Panik auf Tauchstation. Dies konnte schon mal bis zu einer Stunde dauern. Genügend Seil musste mit an Bord sein, um nachgelassen werden zu können, denn bei Tauchtiefen von bis zu 1.500 m hätte der Wal das Boot samt Walfängern spielend leicht mit in die Tiefe reißen können …

Wenn der Wal nach seinem Tauchgang wieder zum atmen auftauchte, wurde er mit zahlreichen Speeren attackiert, bis er schließlich aufgab und starb. Der tote Wal wurde abschließend mit einer Flagge (ähnlich Käsepicker) markiert. Die Arbeit der Walfänger war damit erledigt. Zum Abschluss wurde der Sieg über den erlegten Wal mit einem Schnaps, noch auf dem Boot, begossen. Der vom “Käsepicker” markierte Wal wurde schlussendlich mit einem Motorboot auf dem Meer eingesammelt und in den Hafen gehievt. Diesen Kraftakt hatte man im Laufe der Zeit dann doch der moderneren Technik überlassen. An Land wurde der Wal verarbeitet – am begehrtesten war das erwähnte Öl, welches hauptsächlich für die Lampen auf den Inseln gebraucht wurde – immerhin gibt es hier Elektrizität auch erst seit 30 Jahren…

Hautnah zu erleben ist all dies im Walfänger Museum von Lajes. Zwischen all den echten Harpunen, Speeren und Fischerbooten, die damals im Einsatz waren und all den Portraits der stolzen (bereits verstorbenen) Walfänger aus der Vergangenheit, die in einem goldenen Rahmen für die Nachwelt festgehalten werden, wird uns ganz mulmig… Untermauert durch einen Film der die Jagd mit Witz als vergangene Tradition zeigt, können wir wirklich nur schwer mit ansehen wie ein solcher Gigant des Meeres hilflos und um sein Leben bangend, flieht und am Ende verliert!

Gut also, dass der letzte Wal auf Pico 1987 getötet wurde. Das Ende des Walfangs, initial eingeleitet bereits 1850 durch die Erschließung des Erdöls, erkannte auf Pico der Franzose Serge Viallelle als Chance und gründete Espaco Talasso. Die Whale-Watching Station übernahm nahtlos die arbeitslosen Walfänger um fortan Touristen den riesigen Meeressäugern näher zu bringen. Dieser guten neuen Tradition folgend, sind auch wir dem Ruf der Wale gefolgt …

… Mehr dazu in einem nächsten Post.

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Faial 360°

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