
Monat: Juli 2020
Tag 5: Ankunft auf der Alm
Heute ging es dann vom nahezu pulsierenden Tegernsee rüber zur verlassenen Winklmoos-Alm. Immerhin auch noch mal gut 2h Fahrt, wenn man die landschaftlich schönere Roadster-Stecke abseits der Autobahnen wählt.
Auf der Alm selber dann das standesgemäße Empfangskomitee.


Das Schöne: hier ist überall Entspannung angesagt. Fast gar nix los und alle relaxt.


Also, bloß keinen Stress aufkommen lassen. Nach der kurzen Erkundungs-Tour (14.000 Schritte) direkt ab auf den Balkon, Bierchen zischen und die Aussicht genießen.

Tag 4: Chillen!
Ach Leute, wie soll es anders sein!? –> Die Muskeln in den Oberschenkeln brennen und die Knie tun weh. Auch meine Füße haben die ein oder andere Blessur, in Form von offenen Blasen, davon getragen. Eigentlich schon fast verwunderlich, da die Boots schön eingelaufen sind. Nun ja, machste nix, is halt wie es is – no pain, no gain! Das Aufstehen fällt schwer, aber der Magen will aufgefüllt werden ? Der Tag startet für uns also heute eher spät. Das haben wir uns aber auch nach dem Tag gestern einfach verdient! Wir hauen uns ein paar Eier in die Pfanne und gönnen uns frisch gepressten Osaf(t) ? Im Anschluss geht es für uns ins Auto, um unsere Beine ein wenig zu schonen und die Umgebung großräumig zu erkunden. Gefunden haben wir ein schönes Fleckchen Erde, welches noch nicht zu bekannt scheint.



Zum Abschluss sind wir noch zum lokalen Metzger. Das dann in Butter gebratene Stück Rinderfilet vom glücklichen Almrind war der Hammer. Bestes Steak seit laaaaaangem!
Pfiat di!
Tag 3: Der Berg ruft!
Heute war ich schon früher wach als gedacht und somit wurde die gewonnene Zeit am Morgen gleich genutzt um zacki-zacki das Nötigste zu futtern und dann aber auch direkt los zu fahren: Denn der Berg ruft!

Zu erst geht es ein Stück mit dem Auto in Richtung Süden. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir den Parkplatz Bayerwald (5,- Eur Parkgebühr für den ganzen Tag). Es scheint nicht all zu voll zu sein, also Rucksäcke aufsatteln, Wanderstöcke präparieren und los geht’s!

Schon die ersten Schritte in Richtung erstem Etappenziel, der Sonnberg-Alm auf 1485m, scheinen vielversprechend anstrengend zu werden. Es geht gleich in Serpentinen auf – Der Wille ist da, die Muskeln mehr als frisch und der Ehrgeiz lässt nicht locker. Also weiter, immer weiter! ?

Es geht wirklich unerbittlich hoch und hoch und weiter hoch, über Stock und über Stein, über trockene Bachläufe und umgekippte Bäume, sehr schmale und auch mal etwas weniger schmale Wege, teils sehr matschig und voll Geröll und zu selten einfach mal gerade aus! Der Weg schlängelt sich recht schnell hoch, wodurch die Aussicht sehr schnell, sehr schön wird! Es lohnt sich also den oft nach unten gerichteten Blick auch mal nach links und rechts schweifen zu lassen.


Nach ca. 4 Stunden verlassen wir die Baumzone und erreichen lichteres Gelände und kurz darauf “auch schon” die Sonnberg-Alm – endlich! Erstmal ankommen und ein Spezi zischen!

Wer nun denkt, dies sei das Ziel, der irrt. Denn unser Hauptziel galt der Tegernseer Hütte, noch einmal 200m weiter oben!

Es geht noch mal kurz ein paar Meter, mit leichter Erhöhung, nach oben…

… und dann stehen wir auch schon vor der Steilwand! Ähm!?!? Da hoch!?!? Ich??? Du??? Ähm!?!?! Jaaaaaa, okay – Poock mer’s!



Schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man dieses Stückchen Fels erklimmen möchte. Okay, schwindelfrei bin ich! Dachte ich zumindest!

Es hat auf beiden Seiten viel Kraft benötigt um die Steilwand zu meistern, geistig und körperlich… Oben angekommen erreichen wir nass verschwitzt die Tegernseer Hütte. Ein Spezi darf auch hier nicht fehlen!

Fazit: Heftig, alter Schwede! Aber Erfolg auf ganzer Linie! Wir haben’s geschafft. Man sollte in Bayern keinem Hüttenwirt trauen, der einem sagt: “Das schafft ihr schon, das ist ein Altfrauen-Steig!” … Ich frag mich heute noch, wie genau meine Oma da hoch kommen soll!? ?
Wie teuer ist die Bootsfahrt? Hocktseu hi kimda.
Urlaub ist ja auch immer ein wenig dazu da fremde Kulturen und Sprachen kennen zu lernen. Und wer denkt, dass das dieses Jahr ausfällt, weil wir in Deutschland sind, der irrt.
Also haben wir uns “a gaudi draus gmocht“ und die Fremdsprache Bayrisch gelernt. Wenn man sich beim wandern begrüßt, dann heisst das nicht “Hallo“, sondern “Servas“. Also haben wir das schon mal als allgemeine Begrüßungsformel übernommen.
Blöd nur, wenn der Boots-schaffner dann denk man versteht bayrisch. Auf die Frage wie viel die Strecke auf dem Tegernsee kostet und wo wir das Ticket bekommen, kann nur ein trockenes: “Hocktseu hi kimda“.

Auflösung: beim noch mal nachfragen (“Hää?“) wurde es dann eeeetwas deutlicher und wir konnten es dechiffrieren: “hockt euch hin, ich komme dann.“
Tag 2: Rund um den Tegernsee
Der Tag heut startet mit Regen, der Wetterbericht sagt aber trockenes Wetter ab 11 Uhr voraus. Also in Ruhe ausschlafen, ausgiebig frühstücken und dann aber auch langsam mal fertig machen!
Da noch Gewitter angesagt sind, trauen wir uns nicht richtig in die Berge, aber so ne Runde um den See muss schon drin sein.

Dabei sind die Ausblicke wirklich idyllisch. Der Weg an und für sich geht leider die Hälfte der Zeit an der Hauptstraße entlang.

Wir erfreuen uns trotzdem der atemberaubenden Ausblicke und halten uns natürlich an alle Regeln!


Wir entscheiden uns dazu ein Stück die Fähre zu nehmen. Von Kaltenbrunn geht es für uns also per PS bis nach Rottach-Eggern – unsere Füße werden es uns danken!

Und als uns später tatsächlich noch einmal kurz das Gewitter einholt finden wir auch spontan eine flexible Lösung:

Tag 1 – Ankunft am Tegernsee
Der Wecker klingelt pünktlich um 6 Uhr. Das Auto wird schnell gepackt und mit nur ein wenig Katzenwäsche geht es ‘on the Road again’. Mit 2 Staus, 3 Rückstaus, einem Boxenstop und einer falsch genommenen Ausfahrt kommen wir wohlbehalten und leicht geschlaucht, um kurz vor 14 Uhr, am Tegernsee an.

Nur noch schnell das Notwendigste einkaufen, dem See mal eben schnell ‘Hallo’ sagen, ein Bierchen zischen und dann geht es nach einer deftigen Brotzeit heute auch schon früh für uns ins Bett. Gute Nacht!


