Ab dem 18. Jarhundert bis 1987 wurde Walfang auf Pico betrieben. Zentrum für den Walfang war der damalige Hauptort von Pico: Lajes (heute ist es Madalena). Gejagt wurden ausschließlich Pottwale, weil diese das meiste Öl im Kopf hatten!
Ein ausgewachsener Pottwal enthält ca. 2,5t Öl in seinem Spermaceti, eine Art akustische Linse, welche ihn bei der Echoortung seiner Beute unterstützt.
An Land, in einem Ausguck, waren tagtäglich die Späher positioniert. Entdeckten sie einen Pottwal (zu erkennen am entsprechenden Blas), wurde Alarm geschlagen. Die (mutigen) Walfänger des Orts liefen dann blitzschnell zum Hafen, wo schon die fertig präparierten Boote auf sie warteten – ähnlich der heutigen freiwilligen Feuerwehr. Denn “eigentlich” gingen die Walfänger auch noch anderen Berufen nach, z.B. waren sie Barbiere, Bäcker, Bauern, oder Fischer. Jetzt, wo ein Pottwal in Sicht ist, war endlich Action angesagt. Auf kleinen, “handbetriebenen” Ruderbooten wurde den Walen nachgestellt. Motorboote wären zu laut gewesen und hätten die Wale vertrieben bevor die Männer in Wurfreichweite gewesen wären.

Die Jagd selber passierte ausschließlich mit handbetriebenen Harpunen und Waffen. Zuerst wurde der Wal mit einer Harpune “fixiert”. War er getroffen, ging er erst mal in Panik auf Tauchstation. Dies konnte schon mal bis zu einer Stunde dauern. Genügend Seil musste mit an Bord sein, um nachgelassen werden zu können, denn bei Tauchtiefen von bis zu 1.500 m hätte der Wal das Boot samt Walfängern spielend leicht mit in die Tiefe reißen können …

Wenn der Wal nach seinem Tauchgang wieder zum atmen auftauchte, wurde er mit zahlreichen Speeren attackiert, bis er schließlich aufgab und starb. Der tote Wal wurde abschließend mit einer Flagge (ähnlich Käsepicker) markiert. Die Arbeit der Walfänger war damit erledigt. Zum Abschluss wurde der Sieg über den erlegten Wal mit einem Schnaps, noch auf dem Boot, begossen. Der vom “Käsepicker” markierte Wal wurde schlussendlich mit einem Motorboot auf dem Meer eingesammelt und in den Hafen gehievt. Diesen Kraftakt hatte man im Laufe der Zeit dann doch der moderneren Technik überlassen. An Land wurde der Wal verarbeitet – am begehrtesten war das erwähnte Öl, welches hauptsächlich für die Lampen auf den Inseln gebraucht wurde – immerhin gibt es hier Elektrizität auch erst seit 30 Jahren…
Hautnah zu erleben ist all dies im Walfänger Museum von Lajes. Zwischen all den echten Harpunen, Speeren und Fischerbooten, die damals im Einsatz waren und all den Portraits der stolzen (bereits verstorbenen) Walfänger aus der Vergangenheit, die in einem goldenen Rahmen für die Nachwelt festgehalten werden, wird uns ganz mulmig… Untermauert durch einen Film der die Jagd mit Witz als vergangene Tradition zeigt, können wir wirklich nur schwer mit ansehen wie ein solcher Gigant des Meeres hilflos und um sein Leben bangend, flieht und am Ende verliert!
Gut also, dass der letzte Wal auf Pico 1987 getötet wurde. Das Ende des Walfangs, initial eingeleitet bereits 1850 durch die Erschließung des Erdöls, erkannte auf Pico der Franzose Serge Viallelle als Chance und gründete Espaco Talasso. Die Whale-Watching Station übernahm nahtlos die arbeitslosen Walfänger um fortan Touristen den riesigen Meeressäugern näher zu bringen. Dieser guten neuen Tradition folgend, sind auch wir dem Ruf der Wale gefolgt …
… Mehr dazu in einem nächsten Post.






