10:00 Uhr und wir treffen uns wie verabredet. Mittlerweile sind wir alle wieder nüchtern – und so tritt auch die Ernüchterung ein. Schnell stellen wir fest, dass unsere Bar Kollegen von gestern Abend eine kulinarische Tour geplant haben und Dreh und Angelpunkt das pünktliche erreichen des nahe gelegenen Restaurants um 12:00 Mittags ist. Wir wiederum haben einige Kurvenkilometer vor uns und wollen den fern gelegenen Passo di Giau um die ähnliche Zeit erreichen. Also wird schnell umgeplant und wir treten die Touren getrennt an.

Bei uns gehts los über den Karenpass direkt hinter unserem Hotel. Schon hier merken wir das Plus an Verkehr, dass eine Großstadt wie Bozen mit sich bringt. Aber wir haben die Tour nicht zu stressig geplant und so lassen wir immer wieder mit Päuschen ein wenig Raum zwischen unseren lahmenden Vorfahrern und uns entstehen um dann locker von unten wieder ran zu rollen. Der Karenpass führt immer wieder durch Ortschaften nur auf gut 1700m – wir hätten fast in der Eifel bleiben können 😉 Zur Aufheiterung versuchen wir uns an Filmaufnahmen… aber da sind wir noch kein eingespieltes Team. Die beste Filmaufnahme ist dieses Foto

Weiter gehts über den Passo di Fedaia. Gut, dass wir hier den Blitzerwarner dabei haben. Die Blitzer stehen fair in und um Ortschaften – nicht, dass wir hier zu schnell wäre – aber die schiere Masse an Blitzern in freier Wildbahn ist atemberaubend. Genauso wie der Lago di Fedaia. Fahrerisch wars noch kein Highlight. Aber die Natur entschädigt.

Dauerhaft von übertriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen, Baustellen und Blitzern gehemmt geht es weiter in Richtung des heutigen Etappenhöhepunkt: dem Passo die Giau. Gleiches Bild hier: Verkehr und Geschwindigkeitsbegrenzungen trüben – abgesehen von einzelen Driftvorfällen – ein wenig das Bild. Die Natur entschädigt mal wieder.


Beim Abstieg geraten wir in eine andere sportliche Gruppe … aber nach 500m hängen wir hinter einem Bus fest! Die Kollegen sind etwas deutlicher – aber ihr melodisch-freundliches Hupkonzert wird vom Busfahrer nicht mit Passieren honoriert. Erst im Tal und auf der Weiterfahrt über den Passo di Falzarego gibt es noch mal ein paar Kilometer freie Fahrt. Aber auch immer wieder Busse und langsame Autos. Hierher kommt man wohl eher Ü60 zum wandern. Wir schließen den Klappenauspuff und dämmen den Luftfilterkasten um unauffällig über den Passo die Campolongo zum letzten geplanten Pass zu schleichen. Über die Streckenführung kann man sich auch hier nicht beschweren – aber mehr als mit dem Verkehr rollen ist nicht möglich.

Aber auch das Grödner Joch (Passo di Gardena) ist übersät von Bussen und Autofahrern, die nur unbedeutend schneller sind als die nach wie vor in Massen auftretenden, fest im Boden verankerten Autovelox (Blitzer).
Ein wenig ernüchtert vom letzten Tag beschließen wir Seppos BMW Navi Richtung München zu folgen. Aber das stellt sich als positive Überraschung und würdigen Abschluss eines geilen Wochenendes dar. Konsequent werden vorhandene Autobahnen oder Landstraßen ignoriert und wir auf kurvigen und menschenleeren Sträßchen gen Norden gelotst. Dabei passieren wir auch den Brennerpass. Eigentlich war er nicht eingeplant, da ich ihn nicht gut in Erinnerung hatte. Heute stellt er sich aber als Higlight dar. Geschmeidige Kurven, wenig Verkehr, Überholmöglichkeiten wenn doch mal ein Mini auftaucht – so kann mans sich gefallen lassen. Und so gabs am Ende doch noch die ein oder andere Erleuchtung.

Fazit: 1100km, 4 Tankfüllungen und 6mm Profilschwund an den Hinterreifen. Cool wars!


















