Als wir die Wanderung auf der Mile geschafft hatten, sollte es für uns (eigentlich) nach Hause gehen. Doch wie es der Zufall wollte, zog es uns noch mal ans Meer. Statt nach rechts ab zu biegen und die Straße Richtung Unterkunft zu nehmen, ging der Blinker nach links und ‘Schwups’ waren wir unterwegs “noch mal kurz das Meer gucken”.
Es war schon relativ spät und die Sonne stand schon recht tief – Ein wirklich wundervolles Licht! Somit entschieden wir uns auf ein Gläschen Weißwein in der zum Glück noch geöffneten Strandbude.

Begrüßt wurden wir mit einem trockenen aber dennoch freundlichen “Hi, come in!” von dem Mann hinter der Theke. Auf unsere Frage, ob wir wohl etwas zu trinken bekämen antwortete er mit einem Grinsen im Gesicht: “I have not much. Do you want a wine? White wine?” Das war für uns völlig fein! 🙂 Und so saßen wir noch eine ganze Weile mit einem sehr vollen Glas lecker fruchtigem Weißwein, bei herrlichem Wetter, mit Yoshi und guter Laune auf der Terrasse mit Blick auf das Meer. Auf das erste Glas, folgte dann selbstredend das Zweite…

Auf die Frage “Soll ich mal fragen gehen, ob man hier auch etwas essen könnte!?”, antwortete ich wie gewohnt mit einem eher zögerlichen “Hmmm, meinst du wirklich!?” und ‘Zack’ hatten wir mit Lieferung des zweiten Glases Weißwein ein Plätzchen zum Diner.

Was in der “Strandbude” geschah – Der Mann und Frank unterhalten sich:
Frank: “Is this a regular restaurant?”
Der Mann: “No.”
Frank: “So … what is the concept?”
Der Mann: “You need to book days ahead. I only cook fish. You bring your own wine. You dont know what you get. You dont know what it costs.”
Frank: “Great – we like it. When can we book for 2 people and a little dog?”
Der Mann: “Wednesday at 7 pm.”
Frank: “Perfect, see you then!”
Das Gespräch war etwas ruppig, aber trotzdem mit einer sehr sympathisch patzigen Art umschrieb er sein Konzept und das Degustationsmenü. By the way: Ein Konzept das uns bereits zum vierten mal begegnet und mit dem wir ausschließlich sehr (!) gute Erfahrungen gemacht haben. Sollte es dieses mal wieder so sein?

So kam es, dass wir am Mittwochabend in den Hochgenuss exzellenter (!!!) Kochkünste und feinsten (!!!) Zutaten kommen sollten – Aber seht selbst:


Wieso Kaviar aus Katalonien? Die einfache Antwort des Chefs: ” It’s the best Kaviar!” 😀

Das “Restaurant” besteht aus nur einem kleinen wohnzimmerähnlichen Raum mit zwei Tischen – für 6 bzw. 8 Personen. Wir fanden uns mit internationalen Gästen (Süd-Dänemark, Kanada, Deutschland) an einem Tisch wieder. Allesamt langjährige Besucher der Gegend und der Strandbude. Über Gespräche mit unseren Tischnachbarn fanden wir dann auch heraus, wieviel Glück wir wirklich hatten!: Der Koch ist ein früherer Sternekoch, das Restaurant somit ein echter Geheimtipp und üblicherweise über viele Wochen ausgebucht.

* Aus einer Raupe wird ein Schmetterling – Oder aber: Aus einer Strandbude wird ein Sterne-Restaurant! Wie es der Zufall eben wollte, als wir nach links statt nach rechts abgebogen sind – Noch mal eben zum Strand! 🙂
Was bleibt ist eine Erinnerung an einen wundervollen Abend, mit einem wundervollen Chef, wunderschönem Ambiente, wunderbarer Atmosphäre, wundervollem Essen, einem sehr gut ausgesuchten Weißwein und freundlich-geselligen Menschen aus Dänemark, Mainz und Kanada!
Die Location ist ein echter Geheim-Tipp und soll es auch bleiben – Wer suchet der findet! Viel Erfolg und kleiner Tipp: Vielleicht demnächst öfter mal nach links abbiegen 😉